Programmheft APR-JUL 2024:

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Zwischen Regionalismus und Imperialismus: Zur Rezeptionsgeschichte der Monroe Doktrin im modernen Ostasien

Lucas Brang (JSPS Postdoc Fellow, U.Tokio)


Vor etwa zweihundert Jahren formulierte US-Präsident James Monroe in seiner berühmten Rede zur Lage der Nation die nach ihm benannte „Monroe Doktrin“. Demnach waren die europäischen Kolonialmächte von Interventionen zur Erweiterung ihrer Machtsphäre in der westlichen Hemisphäre ausgeschlossen. Spätestens ab der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert galt die „Monroe Doktrin“ jedoch zunehmend als Synonym für regionalistische Pan-Bewegungen schlechthin, einschließlich Europa und Ostasien. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte diese globale Rezeption in den dreißiger Jahren, als die Idee einer „asiatischen Monroe Doktrin“ unter dem Vorzeichen japanischer Hegemoniebestrebungen endgültig zum Instrument imperialistischer Machtpolitik degradierte. Basierend auf chinesischen Primärquellen und Materialien aus verschiedenen diplomatischen Archiven zeichnet dieser Vortrag die Rezeptionsgeschichte der Monroe Doktrin in Ostasien nach. Neben der Plastizität des Begriffs selbst, der sich sowohl für antikoloniale wie hegemoniale Politik vereinnahmen lässt, diskutiert der Vortrag ebenso die Politisierung der Historiographie zur Monroe Doktrin, welche zunehmend durch die jüngsten globalen geopolitischen Verwerfungen beeinflusst wird.

 


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  • Di, 23. April 18.00 - 19.30 Uhr
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