"Bambusbriefe" – Wie Goethe, die Brüder Grimm, Tagore und andere kulturelle Brückenbauer China und Deutschland verbanden

Marcus Hernig & Isabel Wiedenroth


Im alten China waren Briefe auf Bambus, chinesisch shujian 书简 vor allem Nutzung von Papier, ein wertvolles wie wertgeschätztes Medium der Kommunikation. Auf den meist mit Fäden zusammengebundenen Bambusstreifen, teilte man sich nicht nur wichtige Informationen über Staat, Verwaltung und philosophische Weltsichten mit – sondern auch seine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Shujian zu einer eigenen Kunstform innerhalb der reichen literarischen Traditionen Chinas entwickelt, die nicht zuletzt durch den Schreibstil des Verfassers sehr persönliche Sichtweisen auf die Welt hervorbringen.

Chinas Online-Medium The Paper (Pengpai Xinwen 澎湃新闻 ) hat gemeinsam mit Marcus Hernig und Isabel Wiedenroth (周雲潔 ) die Bambusbrief-Tradition digitalisiert und zu einem Medium des interkulturellen Austauschs zwischen Ost und West gemacht. In Abständen von zwei bis drei Monaten veröffentlichen beide dort Hernigs „West-Östliche Bambusbriefe über herausragende und spannende Akteure, die Teile ihres Schaffens oder sogar ihr Leben dem Austausch zwischen West und Ost, zwischen Deutschland und China gewidmet haben.

Beide lesen abwechselnd auf Deutsch und Chinesisch Auszüge aus verschiedenen Briefen, die im Laufe des Jahres 2026 entstanden.

 

Die Autoren

Marcus Hernig (何馬可) ist promovierter Germanist und Sinologe mit Fokus auf den deutsch-chinesischen Austausch und die Beziehungen zwischen Asien und Europa.

Er ist Autor verschiedener Bücher zur chinesischen Kultur sowie zur Seidenstraße und China in der Welt. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen China – Ein Länderporträt (2016), Die Renaissance der Seidenstraße (2018) sowie Ferdinand von Richthofen – Der Erfinder der Seidenstraße (2022), die ihn als wichtigen Vermittler zwischen ostasiatischen und europäischen Perspektiven etablierten.

Seit Dezember 2025 schreibt er für das chinesische Online-Medium thepaper.cn (澎湃新闻 ) eine Kolumne mit dem Titel "何马可的欧亚书简" (eurasische Bambusbriefe von Marcus Hernig).

 

Isabel Wiedenroth (周雲潔) wurde in Taipei geboren und wuchs in Wuppertal auf. Sie studierte Sinologie an der Universität zu Köln und bewegt sich seit Jahrzehnten zwischen der deutschen und der chinesischen Kultur. Ihr Denken und Fühlen sind von beiden Welten geprägt und finden Ausdruck in ihrer beruflichen wie auch persönlichen Arbeit.

Einen besonderen Platz nimmt dabei die Übersetzung der Bambusbriefe ihres Mannes, des Schriftstellers Marcus Hernig, ins Chinesische ein – eine Arbeit, die weit über das reine Übersetzen hinausgeht und für sie zu einer Herzensaufgabe geworden ist.

  • Di, 19. Januar 18.00 Uhr
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