Programmflyer APR-JUL 2021 als PDF

globe21 – erstes Leipziger Wissenschaftsfestival

(Hier gelangen Sie direkt zur Veranstaltungsseite des "globe21 Festivals", wo die Veranstaltungen am 16. und 17.7. live gestreamt werden.)

Im Rahmen des ersten Leipziger Wissenschaftsfestivals vom 10.6.-17.7. finden auch mehrere Veranstaltungen zum China statt. Besonders hinweisen möchten wir Sie auf die folgenden zwei Veranstaltungen unter dem Titel:

Lang lebe Mao Zedong? Der Maoismus und sein Erbe im heutigen China

Seit seinem Antritt als Partei- und Staatsvorsitzender Chinas im Jahre 2012, hat Xi Jinping eine Prominenz als alleiniger Führer und Repräsentant erlangt wie vor ihm nur Mao Zedong. Vom Mao-Anzug Politslogans bis zum Verbot des „historischen Nihilismus“ (Kritik an der Geschichte der KP) fühlen sich viele Beobachter:innen an die Zeit des Großen Sprungs und der Kulturrevolution unter Mao Zedong erinnert. Die Frage ist allerdings, ob die Verwendung solcher Elemente des Maoismus einfach nur ein Regierungsstil Xi Jinpings ist, oder aber eine Reaktion der Partei auf ein Wiederaufleben des Maoismus in der chinesischen Gesellschaft? In anderen Worten, inwiefern prägt das maoistische Erbe, überwunden geglaubt seit der Reform-Ära Deng Xiaopings, bis heute die Ängste der Bevölkerung sowie auch die Erwartungen an ihre Führung? Und was bedeutet die Geschichte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in China heute? Was sind die Implikationen für unser Verständnis Chinas und seine internationalen Beziehungen? Mit einer akademischen Gesprächsrunde sowie einem Dokumentarfilm und Gespräch mit der chinesisch-stämmigen Regisseurin nähern wir uns diesen Fragen aus zwei Perspektiven: der Perspektive der Chinaforscher:innen und ihrer Außensicht, sowie auch aus der Perspektive der Menschen, die in einer globalisierten Welt mit ihrem historischen Erbe verbunden bleiben. 
 

Akademische Gesprächsrunde (online)

16. Juli, 18-20 Uhr

Chinaforscher:innen in Deutschland studieren die chinesische Geschichte, bleiben aber auch am Puls der Zeit, indem sie die Debatten und Diskussionen in der chinesischen Bevölkerung beobachten. Ungeachtet des autoritären Regierungsstils der KP Chinas sind diese Debatten in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, sowie natürlich dem Internet unendlich vielfältig und facettenreicher als viele im Westen sich das vorstellen. Heute sind Menschen, die die Mao-Ära erlebt haben, immer noch in diesen öffentlichen Diskussionen aktiv, und eine große Gruppe von ihnen behauptet, hingebungsvolle Anhänger von Mao zu sein. Sie kritisieren die Kapitalisierung und Bürokratisierung Chinas seit den 1980er Jahren. In jüngster Zeit hat die Kommunistische Partei Chinas unter Xi Jinping Maos Motive für den Beginn der Kulturrevolution als Anti-Korruption umgedeutet. Xis Anti-Korruptionsbewegung hat auch hochrangige Beamt:innen ins Visier genommen. Wird sich die Kulturrevolution unter Xis Führung in einer anderen Form wiederholen? Werden die radikalen Tendenzen der Kulturrevolution, die Bürokratie zu stürzen, wieder zum Mainstream in der chinesischen Gesellschaft werden und die jungen Generationen ansprechen? Unsere Gesprächsrunde versammelt einige der namhaftesten deutsche Chinaforscher:innen, um diese Fragen und ihren Bezug zur aktuellen Politik Chinas, zu gesellschaftlichen Entwicklungen und zu den internationalen Beziehungen des Landes in einer offenen Diskussion zu erörtern.

Am Gespräch nehmen teil:
Prof. Dr. Daniel Leese (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Prof. Dr. Felix Wemheuer (Universität zu Köln)
Dr. Marina Rudyak (Universität Heidelberg)  
Prof. Dr. Sascha Klotzbücher (Georg-August-Universität Göttingen)
Dr. Anja Blanke (Zeppelin Universität)

Das Gespräch wird moderiert von Prof. Dr. Elisabeth Kaske (Universität Leipzig).

Die Gesprächsrunde können Sie hier im Livestream verfolgen:
www.globe-festival.de/maoismus

"Weiyena – Ein Heimatfilm" – Film und Gespräch (online)

Filmstream 16.-18. Juli • Filmgespräch am 17. Juli, 11-13 Uhr

"Weiyena – Ein Heimatfilm" 维也纳 • Wein Zhao, Judith Benedikt • 2020 / AUT | CHN • 92min
Daheim ist Weina Zhao in Wien, ihre Eltern benannten sie sogar nach dieser Stadt. Dennoch zieht es die Erzählerin immer wieder nach China, zu ihrer Familie, in der die Gegensätze des 20. Jahrhunderts aufeinandertreffen. Die einen, Filmemacher:innen im glamourösen Shanghai der 1930er Jahre, die anderen arme Bauern im Norden. Der Film verdichtet die Geschichte des Landes, in dem vier Generationen zu erzählen beginnen und auch die Toten eine Stimme bekommen. Die Künstler:innen, die an der Seite Maos kämpfen; die Bauern, die zu Arbeitern aufsteigen und mit den Rotgardisten die intellektuelle Elite verfolgen. Ein schmerzhafter Versuch des Erinnerns und der Suche nach Identität, in dem uns Weina bis in die Moderne führt.

Der Film kann vom 16.-18.7. kostenlos gestreamt werden. Um den Filmlink sowie das Passwort zu erhalten, senden Sie bitte eine formlose Mail an
weiyena@konfuziusinstitut-leipzig.de


Filmgespräch: Die Regisseurinnen Weina Zhao und Judith Benedikt im Gespräch mit Prof. Dr. Elisabeth Kaske (Universität Leipzig)

Der Dokumentarfilm porträtiert die Gegenwart und Vergangenheit von vier Generationen einer chinesischen Familie. Doch der Film zeigt nicht nur die Probleme einer Familie, sondern die vieler Familien in der chinesischen Gesellschaft. Der Film beschäftigt sich mit den Themen Migration und Identität, Vergangenheit und Gegenwart, Erinnern und Vergessen. Wie stellen sich die Chinesen der gewalttätigen Vergangenheit, in der sie einst lebten? Wie sehen die heutigen jungen Generationen die Vergangenheit? Werden Erinnerungen von Generation zu Generation weitergegeben? Diesen Fragen werden wir in einer Diskussionsrunde mit den Regisseurinnen weiter nachgehen. 

Das Gespräch findet am 17.7. von 11-13 Uhr online statt. Sie können es hier im Livestream verfolgen
www.globe-festival.de/maoismus
 

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