Gilden, Zünfte, Landsmannschaften: Chinesische Kaufmanns- und Handwerkerverbände 1500-1950

Christine Moll Murata (Ruhr-Universität Bochum)

 

Die chinesischen gewerblichen Verbände (huiguan 會館und gongsuo 公所) eignen sich zu gesellschafts- und wirtschaftsgeschichtliche Betrachtungen aus vielfältigen Blickwinkeln. Für Vergleiche mit ihren europäischen Gegenstücken hat sie schon Max Weber herangezogen. Chinahistoriker interessieren sich für ihre Ursprünge, ihre vielfältigen Funktionen und ihre Verbreitung nicht nur in chinesischen Kerngebiet, sondern auch im näheren und ferneren Ausland. Chinareisende finden die Verbandshäuser in den Metropolen nach genauerem Hinsehen und Nachfragen, denn erst seit jüngerer Zeit wird die Erinnerung an dieses kulturelle Erbe wieder intensiver gepflegt.

Der Vortrag diskutiert die Epoche der Entstehung in der mittleren und späten Mingzeit (ab 1500), das raschen Zunehmen im Zuge der Öffnung der chinesischen Wirtschaft nach der Mitte des 19. Jahrhunderts, die sukzessiven Ablösung durch Handels- und Handwerkskammern im frühen 20. Jahrhundert. Eine Retrospektive aus heutiger Sicht schließt sich an.

  • Mo, 26. Jun 2017, 18.00 Uhr

Zur vorherigen Seite